Geschichte

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Eine kleine Zeitreise für Kornfreunde

Die Echter Nordhäuser Traditionsbrennerei, das einzige Korngeschichtsmuseum in Deutschland, hat sich in den letzten Jahren zu einem Erlebnismuseum mit vielen Highlights entwickelt.


16. Jahrhundert – Anfang der Brennkunst

1507 – ein teuflisch guter Tropfen taucht zum ersten Mal in den Chroniken auf

Glaubt man einem Märchen Ludwig Bechsteins, so wurde der Schnaps vom Teufel erfunden

Von einem mutigen Mann überwältigt, musste der Beelzebub beim Leben seiner Großmutter schwören, nie wieder eine arme Seele einzufangen. Damit nicht genug, wurde er in den ausgehöhlten Stamm einer Buche eingesperrt. Aus lauter Langeweile ersann der Teufel dort die Kunst des Schnapsbrennens. Und kaum konnte er entkommen, ging er nach Nordhausen, wo er Schnapsbrenner wurde und auch den Stadtbewohnern zeigte, wie man den Branntwein macht. Einen historischen Beleg für diese Geschichte gibt es nicht, doch die Tatsache, dass die Stadt Nordhausen weit über Deutschland hinaus für ihren Korn berühmt wurde, spricht Bände...

Bereits 1507, wenige Jahre nach der Entdeckung Amerikas, berichtete ein Nordhäuser Stadtschreiber über den Kornbranntwein, den er als „gebranntes Wasser“ bezeichnete.

So wissen wir heute, dass in Nordhausen bereits zu Beginn des 16. Jahrhunderts gebrannt wurde. Doch obwohl die Ratsherren schon damals erkannten, dass es sich um einen edlen Tropfen handelte und diesen mit einer Steuer belegten, dem "Bornewynzins", konnte niemand ahnen, wie beliebt der Korn tatsächlich werden sollte. Schon Ende des 16. Jahrhunderts war das Brennereigewerbe ein ausgesprochen wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Stadt Nordhausen.

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17. Jahrhundert – Zeit des Umbruchs

Ein wechselvolles Jahrhundert

Der Kornbranntwein aus Nordhausen wurde immer begehrter.

Doch als 1618 der Dreißigjährige Krieg begann, konnte auch die Brennerei das Wirtschaftsleben Nordhausens nicht retten. Hinzu kamen Missernten, die zu Roggen- und Malzknappheit führten. Kornbranntwein wurde zum limitierten Gut – in Vergessenheit gerieten die Brenntraditionen jedoch nie.

Als nach dem Krieg endlich wieder in großem Maßstab gebrannt werden konnte, breitete sich der Genuss von Kornbranntwein immer mehr aus.

Gleichzeitig drang der gute Ruf der Nordhäuser Brennmeister immer weiter ins Ausland. Gegen Ende des Jahrhunderts versuchten Brennereien aus Ungarn, Russland und Dänemark sogar, Brennmeister aus Nordhausen abzuwerben.

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18. Jahrhundert – Das Brenngewerbe wächst

Die Gesetze rund um den Korn weiten sich aus

Für das Jahr 1726 waren in Nordhausen etwa 70 Brennereien verzeichnet.

Die Stadt bemühte sich um eine stärkere Kontrolle des Brennwesens und band die Brennrechte an das Bürgerrecht und an Vermögenswerte. Illegales Brennen wurde jetzt bestraft, unrentable Kleinbetriebe mussten schließen und das Gewerbe wurde immer professioneller.

Im weiteren Verlauf des 18. Jahrhunderts wurden die Bestimmungen noch verschärft und jeden zweiten Tag fanden Brennereikontrollen statt.

Alle geprüften Fässer erhielten ein Ratssiegel und der Nordhäuser Korn stand nun endgültig für erstklassige Qualität.

Im Jahr 1789 wurde dann das erste Reinheitsgebot für den Korn erlassen,

der fortan aus mindestens zwei Drittel Roggen bestehen musste und höchstens ein Drittel Gerste oder Malz enthalten durfte.

Zu dieser Zeit gab es nachweislich rund 100 Brennereien in der Stadt.

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19. Jahrhundert – Epoche der Eisenbahn

Vergrößerung des Kornmarktes und Kartoffelkrise

Im 19. Jahrhundert vergrößerte sich der Absatzmarkt der Nordhäuser Brennereien immer weiter,

nicht zuletzt durch die Etablierung des Eisenbahnnetzes. Diese Markterweiterung brachte jedoch auch gewisse Risiken mit sich, denn andere Brennereien versuchten nun, ihre minderwertigen Produkte unter dem Namen Nordhäuser zu verkaufen.

Neben der Kornbrennerei begann sich in Deutschland die Kartoffelbrennerei zu etablieren,

deren Produkt deutlich günstiger war als der Kornbranntwein. So kam es 1839 zu einer Absatzkrise und die Nordhäuser Brennmeister entwickelten neue Produktionstechniken, um mehr Alkohol aus dem vergleichsweise teuren Getreide zu gewinnen. Als nach 1860 die Kornwürze erfunden wurde, begannen zahlreiche Brennereien, ihren Kornbrand mit Kartoffelfeinsprit zu versetzen, dem sie künstlich einen Korngeschmack verliehen, der Nordhäuser Trinkbranntwein war „erfunden“.

In den 1870er Jahren fielen die Getreidepreise und die Brennereien kehrten zur traditionellen Herstellung zurück.

Der gute Ruf des Nordhäuser Korns blieb über alle Krisen hinweg erhalten. So zählte beispielsweise Reichskanzler Otto von Bismarck zu den treuen Liebhabern des Echten Nordhäuser Korns.

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20. Jahrhundert – Wechselvolle Jahre

Die Kornbrennerei im 20. Jahrhundert

1904 war ein wichtiges Jahr für die Nordhäuser Brennereien, denn jetzt schlossen sich fast alle von ihnen zur besseren Qualitätssicherung zur „Vereinigung Nordhäuser Kornbranntwein-Fabrikanten e. V.“ zusammen. Drei Jahre später beging man das 400-jährige Jubiläum der Nordhäuser Brenntradition.

1909 wurde in Deutschland das Reinheitsgebot für Korn erlassen.

In Folge des ersten Weltkrieges wurde 1915 ein Kornbrennverbot erlassen und im Jahre 1917 vom Staat das gesamte Kupfer-, Rotguss- und Bronzeinventar der Kornbrennereien für die Rüstungsindustrie beschlagnahmt und das Brennwesen kam vollends zum Erliegen.

Nach dem Krieg wurde erst 1924 die Herstellung von Branntwein aus Korn wieder erlaubt. Doch die Wirtschaftskrise von 1929 ließ die Anzahl der Brennereien in der Folgezeit stetig weiter sinken.

Unter den Nationalsozialisten wurde 1936 erneut ein Kornbrennverbot erlassen und die Brennereien zur Produktion technischen Alkohols verpflichtet.

Als Ende des zweiten Weltkrieges rund 80 % der Stadt Nordhausen zerstört waren, gehörten die heutige Nordbrand Nordhausen GmbH und die Echter Nordhäuser Traditionsbrennerei zu lediglich neun Brennereien, die Krieg und Bombenangriff halbwegs unbeschadet überstanden hatten.

Nach Kriegsende wurde erst 1954 das Kornbrennverbot wieder aufgehoben.

In der DDR-Zeit avancierte der VEB Nordbrand Nordhausen zum größten Spirituosenproduzenten der DDR und betrieb in den 1980er Jahren die größte Kornbrennerei Europas.

Ab den 1960er Jahren exportierte der VEB Nordbrand Nordhausen den Echter Nordhäuser Doppelkorn schon in den „Westen“.

1988 wurde die heutige Echter Nordhäuser Traditionsbrennerei vom VEB Nordbrand mit dem Ziel übernommen, diese zu einer Traditionsstätte des Nordhäuser Kornbrenngewerbes auszubauen.

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21. Jahrhundert – ein guter Grund zum Feiern

Ein guter Grund zum Feiern

Seit Anfang 2007 gehört die Echter Nordhäuser Spirituosen GmbH zur Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien GmbH.

In diesem Jahr feierte Nordhausen auch die nachweislich belegte 500-jährige Brenntradition der Stadt mit vielen Veranstaltungen und Festen, aber eines hat sich nicht geändert:

Nach wie vor komponieren die Echter Nordhäuser Kornbrennmeister noch die berühmten und beliebten Korn-Spezialitäten.

2016 - Nordbrand Nordhausen avanciert zum größten Spirituosenproduzenten der Bundesrepublik und betreibt die größte private Kornbrennerei.

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Heute

Nicht nur ein lebendiges Museum

Mit ihrem unvergleichlichen Charakter, einer stimmungsvollen Mischung aus denkmalgeschützten Gebäudeensemble und modernem Erlebnismuseum, setzt sie der Jahrhunderte alten Tradition der Korn-Brennkunst in Nordhausen und dem Kornanbau in der Region Goldene Aue ein zeitgemäßes Denkmal – getreu dem Motto: „Vom Korn zum Korn“.

Die Echter Nordhäuser Traditionsbrennerei ist mittlerweile aber mehr als nur ein lebendiges Museum. Viele kulturelle Veranstaltungen haben hier ihren festen Platz gefunden! Im Museums-Shop findet der Genießer zudem eine große Auswahl an Echter Nordhäuser-Varianten und an hauseigenen Spezialitäten und zahlreiche handgefertigte, exklusive Geschenkideen!


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